Die Kunst der Polyphonie – Molina Guitar Duo
Die deutsche Gitarristin Isabella Selder und Santiago Molina Gimbernat aus Mexiko lernten sich während des Studiums an der Universität Mozarteum in Salzburg kennen. Im Molina Guitar Duo teilen sie seit 2017 die gemeinsame Vorliebe für Kammermusik und gehören mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire von Bach bis hin zu zeitgenössischen Komponisten zu den vielversprechendsten Ensembles der Gitarrenszene. Ihre Programme zeichnen sich durch eigene Arrangements sowie die interdisziplinäre Verbindung von Literatur und Musik aus. Anlässlich der Veröffentlichung ihrer Debüt-CD „Paris!“ (2023) beim Label Aurea Vox wurden sie von der Musikkritik für ihr „leidenschaftliches, erzählerisches Musizieren und [die] erstaunliche Wirkmacht im Ensemblespiel“ gelobt.
Neben dem künstlerischen Wirken als Duo sind beide Musiker auch als Instrumentalpädagogen im eigenen Musikstudio (Gitarrenstudio Friedberg) tätig, wo sie lokal und überregional zum kulturellen Leben beitragen. Nach zahlreichen Preisen bei nationalen und internationalen Wettbewerben sind Isabella und Santiago mittlerweile auch als Dozenten und Juroren bei Gitarrenfestivals und Workshops gefragt. Zu weiteren beruflichen Stationen gehört die Tätigkeit am Lehrstuhl für Musikpädagogik der Universität Augsburg.
Das Molina Guitar Duo spielt Instrumente des Gitarrenbauers Kolya Panhuyzen.
Weitere Infos und Termine unter:
Mit der „Kunst der Polyphonie“ präsentiert sich das Molina Guitar Duo mit einem Programm, das die virtuosen Möglichkeiten der Besetzung aus zwei Gitarren aufzeigt und Tradition und Innovation auf eindrucksvolle Weise miteinander vereint:
Den musikalischen Rahmen des Konzerts liefert dabei der italienische Komponist Mario Castelnuovo-Tedesco, dessen Werke eine Hommage an die großen Formen und Techniken der Barockzeit darstellen und dem berühmten Presti-Lagoya-Duo gewidmet sind: Die Fuga elegiaca entstand als Reaktion auf den tragischen Tod der Virtuosin Ida Presti und ist geprägt von stark rhythmisierten Figuren im Präludium, die in der Fuge wieder aufgergriffen werden, um nach intensiver Dramatik sanft zu verklingen. In der Sonatina canonica Op. 196 verbinden sich kontrapunktische Techniken wie Kanon und Imitation mit klassischen Elementen.
Durch den transparenten Satz der Sonaten Domenico Scarlattis tritt der Dialog zwischen den Gitarren besonders in den Vordergrund, wogegen Manuel María Ponce in seinen Tanzsätzen Gavota, Pavana und Minuetto sowie dem Preludio y fuga sobre un tema de Händel seine außergewöhnliche Fähigkeit beweist, barocke Kompositionstechniken, neoromantische Ausdrucksmittel und Elemente der Lyrik des mexikanischen Kunstliedes auf einzigartige Weise zu kombinieren. César Francks Prélude, Fugue et Variation Op. 18, im Original für Orgel, zeichnet sich durch eine klar strukturierte zyklische Anlage sowie durch eine ausgewogene Verbindung von formaler Strenge und lyrischem Ausdruck aus.
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