Brasilianische Resonanzen – Amado und Villa-Lobos
Brasilianische Resonanzen: Eine konzertante Lesung mit Texten von Jorge Amado und Musik von Villa-Lobos
In dieser konzertanten Lesung begegnen sich Musik und Literatur Brasiliens in einzigartiger Weise. Villa-Lobos´12 Etüden für Gitarre – aufgeführt in der unveröffentlichten Manuskriptfassung von 1928 – entfalten ihre ganze Klangfarbenpracht im Dialog mit Passagen aus Jorge Amados Roman „Tote See“, einem poetischen Epos über Liebe, Sehnsucht und das Leben der Menschen an der Küste Bahias.
Die 12 Etüden von Villa-Lobos entstanden um 1928 während dessen Aufenthaltes in Paris. Sie gehören zu den bedeutendsten Werken des 20. Jahrhunderts für Gitarre und verbinden virtuose technische Brillanz mit der Rhythmik und der harmonischen Tiefe der brasilianischen Folklore, die Villa-Lobos aber nie wörtlich zitiert. Veröffentlicht wurden die Etüden erst 1953. Diese Veröffentlichung basiert auf einem Manuskript von 1947/48. Das detailliertere, von Lobos im Jahr 1928 verfasste Manuskript mit genauen Angaben zu Fingersätzen und Dynamik sowie zusätzlichen Passagen und harmonisch-melodischen Unterschieden blieb unveröffentlicht.
Jorge Amados Roman „Tote See“ entstand in den späten 1930er Jahren, einer Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche in Brasilien. Amado, als Erzähler der einfachen Leute, verbrachte viel Zeit in Küstenorten, hörte den Geschichten der Fischer zu und verdichtete ihre Gefahren, Leidenschaften und Hoffnungen zu einem Werk, das die See nicht nur als Naturgewalt, sondern als eigene, atmende Schicksalsmacht begreift. Der Roman wurde zu einem seiner eindrucksvollsten sozialen und poetischen Porträts des Lebens am Rand der brasilianischen Gesellschaft.
Franziska Scherzer studierte bei Prof. Jürgen Ruck (Würzburg) und Prof. Sonja Prunnbauer (Freiburg). Bereits in jungen Jahren spielte sie im Jugendauswahlorchester des Landes Thüringen, das sich landesweit in Wettbewerben erste Preise erspielte, und nahm erfolgreich in der Kategorie Gitarrenduo am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ teil.
Über eines ihrer späteren Konzerte in Freiburg schreibt die Badische Zeitung: „… bestachen die unglaubliche Genauigkeit und Ausdruckskraft im Spiel der Gitarristin. … Mit ihrem hochkonzentrierten Spiel zog sie die Zuhörer in ihren Bann …“.
Sie setzte sich intensiv mit den Unterschieden von Villa-Lobos` Manuskripts der 12 Etüden von 1928 und der vom Verlag Max Eschig herausgegebenen Edition von 1953 auseinander. In ihrem Programm bezieht sie sich auf das Manuskript von 1928, spielt die zusätzlich darin enthaltenen Passagen und folgt den von Lobos vorgegebenen Dynamikangaben und Fingersätzen, die u.a. in der rechten Hand auch den kleinen Finger als Anschlagsfinger mit einbeziehen.
Weitere Konzerte gab sie u.a. mit dem Zyklus „Platero y yo“ für Gitarre und Sprecher von Mario Castelnuovo Tedesco (Text: Juan Ramón Jimenez).
Renate Obermaier hat Germanistik und Geschichte studiert, in Germanistik promoviert, Schauspielunterricht genommen, zwei Soloprogramme gemacht und als „feste Freie“ beim SWR gearbeitet. Im Theater im Marienbad war sie 29 Jahre lang tätig.
Mittlerweile befasst sie sich vor allem mit der Konzeption und Aufführung von musikalischen Lesungen. Oft gemeinsam mit Heinzl Spagl, Thomas Wenk, Schroeder, Bella Nugent, Jan Fitschen, Max Zentawer und am 7. Februar 2026: mit der Gitarristin Franziska Scherzer!
Eintritt: 20€
Schüler, Studierende, Mitglieder 10€
Reservierung möglich: info@gitarrenverein-freiburg.de
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